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Buchvorſtellung: Der Hausſekretär

Ein Werk, das in kei­nem Hauſe feh­len ſollte und das ich ſel­bſt nach dem Tode nicht her­ge­ben würde! Der Hausſäk­re­tär von Dr. Carl Otto, mit dem Unter­ti­tel „Neues vollſtän­di­ges Hilfs-, For­mu­lar- und Nach­ſchla­ge­buch mit über 1000 Muſtern“, ent­hält Vor­la­gen und Emp­feh­lun­gen zum Ver­faſſen von Brie­fen in Fami­li­en­an­ge­le­gen­hei­ten, im Geſel­lſchafts- und Lie­bes­le­ben, für Amts­an­ge­le­gen­hei­ten, Geſchäft­li­che Texte nebſt Rechen­ta­bel­len und einem Fremd- und Wör­ter­buch. Das Buch von 1895 deckt wirk­lich nahezu jedes Kor­reſpon­denz­feld ab und eig­net ſich vor­züg­lich zur Sprach- und Schreib­pflege. Fol­gend ein paar kurze, aber bezeich­nende Beiſpiele aus diver­ſen Kate­go­rien:

Buchrezensoin: Der Haussekretär

Ent­ſchul­di­gung einer Schü­le­rin —

Sehr geehr­ter Herr Ober­leh­rer! Infolge ſtar­ker Erkäl­tung iſt meine Toch­ter Anna außerſtande, für die nächſten Tage dem Unter­richt bei­zu­woh­nen. Indem ich Ihnen hier­von Kennt­nis gebe, bitte ich, die Schul­ver­ſäum­nis günſti­gſt zu ent­ſchul­di­gen.
Hoch­ach­tungs­voll
Karl Berg

Glück­wun­ſch zur Beför­de­rung eines Vor­geſet­zen —

Hoch­ver­ehr­ter Herr Major!
Geſtat­ten Sie mir, Ihnen meine wär­mſten und auf­rich­ti­gſten Glück­wünſche zu Ihrer Beför­de­rung hier­mit gehorſamſt aus­zuſpre­chen. Es wird mir hof­fent­lich in nächſter Zeit noch Gele­gen­heit gebo­ten wer­den, Ihnen münd­lich meine Gra­tu­la­tion wie­der­ho­len zu dür­fen. Ihre Beför­de­rung wird bei allen Ihren Unter­ge­be­nen vollſte Befrie­di­gung erwecken, da ſie unbeſtreit­ba­rem Ver­dienſte zufällt. Geſtat­ten Sie fer­ner die Ver­ſi­che­rung der treuſten Erge­ben­heit und voll­kom­me­nen Hoch­ach­tung. Ihrem gehorſa­men Waldo Kutta, Laza­rett-Ver­wal­tungs-Inſpek­tor

Schroffe Abwei­sung —

Mein Herr!
Ich finde es unver­ant­wort­lich und allem geſel­li­gen Leben hohnſpre­chend von Ihnen, daß Sie, nach­dem Sie mich kaum drei­mal flüch­tig geſe­hen haben, in einem ſo ſüß­li­chen Tone zu mir ſpre­chen und die Dreiſtig­keit haben, mich zu einem Ren­dez­vous ein­zu­la­den. Ich ver­zichte auf Ihre Geſel­lſchaft und ver­bitte mir jede wei­tere plump­ver­trau­li­che Annä­he­rung.
Marie Saar

Details zum Buch selbst

Titel: Der Hauſſe­kre­tär

Autor: Dr. Carl Otto
Ver­lag: W. Her­let, Ber­lin W. 35
Druck: ſ.o.
Jahr: 1895, 3. Auf­lage
Sei­ten: 672
Ein­band: Gepräg­ter Halb­lei­nen, rot-brau­ner Gan­zſchnitt
Wei­ter­hin: Teil­weiſe ein­fach illu­striert


Erſtellt am: 09.08.1893 | von: Christine von Meſek-Sikorſki
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