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Glühlampen um 1900 kennen und finden

Uns ist es durchaus nicht entgangen: Das Glühlampenverbot in Deutschland. Trotzdem möchten wir Ihnen ein paar Quellen aufzeigen, damit Sie auf das authentische, elektrische Licht nicht verzichten müssen, denn auch die Glühlampen, die man bis vor ein paar Jahren noch im regulären Handel erstehen konnte, geben nicht das gleiche Lichtbild ab, das eine Edison- oder Teslalampe abgibt. Doch zunächst möchten wir ihnen den Unterschied zwischen einer modernen und einer alten Glühlampe, in Aussehen und Funktion, erläutern:

Wo liegt der Unterschied zwischen einer modernen und einer alten Glühlampe?

Zunächst – ganz offensichtlich – im Aussehen. Moderne Glühbirnen haben einen relativ kurzen Glühdraht, der einfach gespannt von einer Seite zur anderen auf einer horizontalen Linie verläuft und dabei aber in sich mehrfach gewendet ist. Alte Glühbirnen haben dagegen oft einen viel längeren, dafür aber glatten Glühdraht, der mehrfach in Schleifen- oder Zickzackform durch die Birne verläuft. Alte Glühbirnen besitzen an ihrer Oberseite oft eine kleine Hervorstülpung, die vom Mundblasen herrührt. Moderne Glühbirnen sind dagegen makellos rund und glatt. Hingegen der bis vor kurzem noch erhältlichen Glühlampen in vielfältigen Farben, Mattierungen und Bedampfungen gab es die alten Glühlampen nur in einfachem Klarglas.
Moderne Glühlampen unterscheiden sich jedoch auch in der Farbtemperatur von alten Glühlampen. Wir nehmen das Licht der modernen (regulären) Glühlampe als „warm“ wahr, denn Ihre Farbtemperatur liegt bei Betrieb zwischen 2000 und 2700 Kelvin, mei alten Glühlampen hingegen zwischen 1600 und 2000 Kelvin; ist demnach deutlich mehr im rot-orange-Bereich einzuordnen.
Zunächst waren Glühlampen mit Kohlefaden (ab 1880) üblich, welche beim Einschalten ein warmes, rötliches Licht abgaben, das nach kurzer Zeit heller wurde, anschließend verwendete man anstatt eines Kohlefadens Tantal (ab 1903), welche ein helleres Licht zuließen, welche wiederum ab 1910 durch noch hellere Wolframfäden abgelöst wurden. Alte Glühbirnen besitzen demnach ein sehr warmes, orange-rötliches Licht bei weniger als 2000 Kelvin und haben eine geringere Lichtstärke. Der Lichtstrom einer gemeinen 60 Watt Glühlampe liegt zum Vergleich etwa bei 710 Lumen, bei einer 4 Watt Kohlefadenlampe sind es etwa 110 Lumen.

Was sonst noch zu erwähnen wäre..

Trotz der Vorzüge des elektrischen Lichtes ging man recht sparsam mit diesem neuen Medium um. Das Glühlicht wurde in Privathaushalten meist nur eingeschaltet, wenn Freunde und Familie zu Besuch kamen; den Rest der Zeit wurde weiterhin die gute, alte Petroleumbeleuchtung verwendet. So hielt dann auch die Glühbirne nicht selten mehrere Jahrzehnte. Sollten Sie Kohlefandenlampen verdenden, beachten Sie bitte folgende Hinweise zum Erhalt bei der Installation:

  • Schrauben Sie die Lampe stets nur in die Fassung, wenn diese nicht unter Strom steht.
  • Warten Sie mit dem Anschalten, bis der Kohledraht nicht mehr unter Schwingung steht.

 

Wo bekomme ich das „alte Licht“?

Eine recht bekannte Quelle ist der Traditionshersteller „Ferrowatt“ aus Übersee, der sowohl die Edison-, als auch die Teslaversion anbietet.
In Deutschland kann mamn Kohlefadenglühlampen z.B. bei „Manufactum“ beziehen. Hier kostet die Lampe 28 Mark das Stück.
Nook“ aus England stellen ebenfalls in Handarbeit diverse Kohlefadenlampen her. Wer mutig ist, kann aus einer großen Auswahl an Glühlampen, die angeblich Kohlefäden verwenden bei ebay bestellen. Hier findet man unter anderem auch zahlreiche Glühlampen aus chinesischer Herstellung. Laut mehrere Rezensionen sollen diese Lampen oft nach einer Woche den Dienst versagt haben, oder bereits bei Erhalt der Lieferung defekt gewesen sein.