­= Donnerstag, 15. August 1898 ­=

Totentrompete

Die Toten- oder Her­bſt­trom­pete (Cra­te­rel­lus cornu­co­pi­oi­des), auf­grund der trich­ter­ar­tig geform­ten Frucht­kör­per auch Toten-Trich­ter­ling genannt, iſt eine Pilz­art aus der Fami­lie der Pfif­fer­lings­ver­wand­ten (Can­t­ha­rel­laceae). Sie gilt als ſehr guter Spei­ſe­pilz.

Merkmale

Der hohle und trich­ter­för­mige Frucht­kör­per iſt am Rand trom­pe­ten­ar­tig umgeſchla­gen und erreicht einen Durch­meſſer von bis zu 12 cm. Die Ober­flä­che iſt fil­zig bis ſchup­pig ſtruk­tu­riert und hat eine braungraue oder ruß­graue bis ſchwarze Farbe. Die glatte Außenſeite iſt meiſt hell­grau gefärbt.

Sel­te­ner ſind gelb­lich gefärbte Exem­plare, die frü­her als Cra­te­rel­lus kon­ra­dii abge­trennt wur­den, aber ledig­lich eine Pig­ment­ano­ma­lie der Toten­trom­pete dar­ſtel­len.

Ökologie und Phänologie

Die Toten­trom­pete iſt ein Mykorr­hiza­pilz hauptſäch­lich der Rot­bu­che, nur ſehr ſel­ten geht ſie auf andere Baum­ar­ten über. Ent­ſpre­chend der Wirts­baum­prä­fe­renz kommt die Toten­trom­pete in Buchen- und Buchen-Tan­nen­wäl­dern mit friſchen Böden, die nährſtoff­arm, aber mäßig bis gut mit Baſen ver­ſe­hen ſind, vor.

Grund­geſteine für ſol­che Böden kön­nen Kalk, Kal­kſand, Baſalt oder Mer­gel ſein.Die Frucht­kör­per erſchei­nen ab Mitte Auguſt, vor allem im Sep­tem­ber und Okto­ber. Auf deren, einem Füll­horn (latei­niſch cornu copiae) ähn­li­che Form bezieht ſich das Epi­the­ton cornu­co­pi­oi­des.

Seite „Toten­trom­pete“. In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­stand: 8. April 2019, 19:40 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Totentrompete&oldid=187386723 (Abge­ru­fen: 5. Mai 2019, 16:13 UTC)

­= Donnerstag, 1. August 1898 ­=

Brombeeren

Die Brom­bee­ren (Rubus ſec­tio Rubus) ſind eine Sek­tion aus der umfang­rei­chen und welt­weit ver­brei­te­ten Pflan­zen­gat­tung Rubus inner­halb der Fami­lie der Roſen­ge­wächſe (Roſaceae). Die Sek­tion umfaſſt meh­rere tauſend Arten, allein in Europa wur­den mehr als 2.000 Arten beſchrie­ben. Die Früchte wer­den als Obſt ver­wen­det. Das Wort Brom­beere hat ſich aus dem alt­hoch­deu­tſchen Wort brām­beri‚ Dorn­ge­büſch­beere oder Beere des Dornſtrauchs, ent­wickelt.

Bio­lo­giſch betrach­tet hat die Brom­beere aller­dings keine Dor­nen, ſon­dern Sta­cheln. Mund­art­lich wer­den die Früchte auch Kratz­beere bzw. Kroatz­beere genannt, wor­un­ter die Bota­ni­ker aber nur eine Art der Brom­bee­ren ver­ſte­hen (vgl. Kratz­beere).

Erſcheinungsbild und Blätter

Brom­beer-Arten ſind win­ter­k­ahle oder win­ter­grüne (und dann im Früh­jahr Laub abwer­fende) Sträu­cher oder genau genom­men etwas ver­hol­zende, aus­dau­ernde krau­tige Pflan­zen mit zwei­jäh­ri­gen Zwei­gen: Die über­win­tern­den Zweige brin­gen aus ihren Knoſ­pen aus­ſchließ­lich Blü­tenſtände her­vor und ſter­ben dann nach dem Fruch­ten ab. Brom­bee­ren ſind häu­fig Klet­ter­pflan­zen (Spreiz­klim­mer) und wer­den zwiſchen 0,5 und 3 Meter hoch; die Spro­ſ­sachſen ſind je nach Art oder Sorte mehr oder weni­ger ſta­che­lig und ver­hol­zen mit der Zeit. Die dün­nen und der­ben Sta­cheln die­nen als Klet­ter­hilfe und Fraßſchutz.

Die wechſelſtän­dig ange­ord­ne­ten Laub­blät­ter ſind in Blat­tſtiel und Blat­tſ­preite geglie­dert. Die Blat­tſ­preite iſt unpaa­rig drei-, fünf- und ſie­ben­zäh­lig gefie­dert. Die Fie­der­blätt­chen ſind gezähnt.

Blütenſtände und Blüten

Die Blü­te­zeit reicht von Mai bis Auguſt. Erſt im zwei­ten Jahr wer­den ſpe­zi­elle Sei­ten­triebe gebil­det, an deren Ende ſich die Blü­tenſtände befin­den. Es wer­den trau­bige oder riſ­pige Blü­tenſtände gebil­det.

Die zwitt­ri­gen Blü­ten ſind radiärſym­me­triſch und fünf­zäh­lig mit dop­pel­ter Blü­ten­hülle. Der Blü­ten­bo­den iſt vor­ge­wölbt. Es ſind fünf Kelch­blät­ter vor­han­den. Die fünf freien Kron­blät­ter ſind meiſt weiß, ſel­ten roſa­far­ben. Es ſind über 20 Staub­blät­ter und viele Frucht­blät­ter vor­han­den.

Früchte

Die bei Reife meiſt blauſchwar­zen Früchte ſind bota­niſch geſe­hen keine Bee­ren, ſon­dern Sam­melſtein­früchte, die ſich aus den ein­zel­nen Frucht­blät­tern bil­den: Jede ihrer klei­nen Ein­zel­bee­ren iſt im Auf­bau einer Stein­frucht (zum Beiſpiel Kirſche) gleich und hat wie dieſe eine dünne Außen­haut. Tatſäch­lich beißt man beim Kauen der Früchte auf kleine Steine, in denen auch der Samen der Brom­beere zu fin­den iſt. Anders als bei der Him­beere iſt die Frucht feſt an den Blü­ten­bo­den gebun­den. Die Frucht­reife reicht von Auguſt bis Sep­tem­ber, bis­wei­len auch bis Okto­ber. Nach der Frucht­reife ſter­ben die Triebe ab.

Verwendung

Die Früchte ſind ſaf­tig und wohlſchmeckend. Brom­beer-Früchte eig­nen ſich zum Friſch­ver­zehr, als Kuchen­be­lag und um Kon­fi­türe, Gelee, Sor­bet, Saft, Wein und Likör zu berei­ten. Die friſchen Früchte kön­nen außer­dem durch Tief­küh­len konſer­viert wer­den. Wegen des ange­neh­men Geſchmacks ſind Brom­beer­blät­ter, die man am beſten in der erſten Mai­hälfte pflückt, in vie­len Tees ent­hal­ten. Brom­beer­tee kann als Hau­s­tee auch über län­gere Zeit gefahr­los getrun­ken wer­den.

Die fer­men­tier­ten Laub­blät­ter der Brom­beer-Arten die­nen als Erſatz für chineſiſchen Tee und wer­den als cof­fein­freier Frühſtück­s­tee gehan­delt.

Pharmakologie

Als Arz­nei­mit­tel die­nen heute die getrock­ne­ten Blät­ter (Bezeich­nung der Droge iſt Rubi fru­ti­coſi folium) ſchwach behaar­ter Arten. Sie ent­hal­ten Ger­bſtoffe (Gal­lot­an­nine und dimere Ella­gi­tan­nine), Fla­vo­noide und Fruch­tſäu­ren wie Citro­nen­ſäure und Iſo­ci­tro­nen­ſäure und etwas Vit­amin C. Auf­grund des Ger­bſtoff­ge­halts wird die Arz­nei als Adſtrin­gens und Mit­tel gegen Durch­fall, zum Gur­geln bei Ent­zün­dun­gen im Mund- und Rachen­raum, aber äußer­lich auch zu Waſchun­gen bei chro­niſchen Haut­er­kran­kun­gen ver­wen­det.

Nach Pli­nius ſind Früchte und Blü­ten harn­trei­bend, ein Auf­guſs in Wein hilft gegen Gal­lenſteine. John Gerard emp­fahl in ſei­nem Her­bal einen Abſud aus Brom­beer­blät­tern mit Alaun, Honig und ein wenig Weiß­wein als Spü­lung für wunde Stel­len im Mund und an den Geſchlechts­tei­len von Mann und Frau. Außer­dem helfe dies gegen Zahn­aus­fall. Die Wir­kung der Brom­beer­blät­ter bei Durch­fall­erkran­kun­gen erkannte ſchon der grie­chiſche Arzt Peda­nios Dioscuri­des, der in ſei­nem Werk mate­ria medica dieſe Anwen­dung beſchrieb.

­= Samstag, 1. Juni 1898 ­=

Heidelbeeren

Die Hei­del­beere (Vac­ci­nium myrt­il­lus) iſt eine Art aus der Gat­tung der Hei­del­bee­ren (Vac­ci­nium) in der Fami­lie der Hei­de­kraut­ge­wächſe (Eri­caceae).
Ihre Ver­wen­dung als Bee­ren­o­bſt bzw. Wald­frucht färbt auf­grund des dunk­len Frucht­fleiſches Zähne und Zunge blau.

Die häu­fig im Super­markt­han­del erhält­li­chen Kul­tur­hei­del­bee­ren ſtam­men dage­gen nicht von der in Europa hei­miſchen Hei­del­beere ab, ſon­dern von der Ame­ri­ka­niſchen Hei­del­beere (Vac­ci­nium corym­boſum) und ande­ren nord­ame­ri­ka­niſchen Arten. Sie erzeu­gen, da ihr Frucht­fleiſch hell iſt, keine Blau­fär­bung im Mund ſofern ſie unver­ar­bei­tet ver­zehrt wer­den.

Die Hei­del­beere wird regio­nal auch Beſinge oder Beſing genannt, wei­tere mund­art­li­che und regio­nale Namen ſind Blau­beere, Schwarz­beere, Moll­beere, Wild­beere, Wald­beere, Bick­beere, Zeck­beere, Moos­beere oder (beſon­ders auch ſchweiz. und ſüd­deut.) Heu­beere.

Heidelbeeren als Heilmittel

Als Heil­droge die­nen die getrock­ne­ten, rei­fen Früchte bzw. die friſchen oder tief­ge­fro­re­nen Früchte. Wei­ter­hin die getrock­ne­ten Blät­ter.

Haupt­wir­kſtoffe: In den Früch­ten Cate­chin­ger­bſtoffe, dimere Pro­an­tho­cya­ni­dine, Antho­cya­ni­dine (wie z. B. Aſtra­ga­lin), Fla­vo­noide, Caf­feoylſäu­ren, Fruch­tſäu­ren, Pek­tine, Invertzucker.

In den Blät­tern außer Ger­bſtof­fen Iri­doide, Phe­nol­car­bonſäu­ren, in gerin­ger Menge Chi­no­li­zi­d­i­nal­ka­loide, Arbu­tin und Hydro­chi­non höchſtens in Spu­ren, ein rela­tiv hoher Gehalt an Chrom und Man­gan. Über das frü­her ange­ge­bene „Glu­ko­ki­nin“ Neo­myr­ti­lin gibt es keine neue­ren Unterſu­chun­gen.

Anwen­dung: Die getrock­ne­ten Bee­ren ſind auf­grund des Ger­bſtoff­ge­halts und der Pek­tine ein belieb­tes Volks­heil­mit­tel gegen Durch­fall, ebenſo der mit Rot­wein angeſetzte Hei­del­beer­wein. Friſche Früchte in grö­ße­ren Men­gen genoſſen wir­ken dage­gen abfüh­rend.

Der ver­dünnte Saft oder 10%ige Abko­chun­gen kön­nen als Gur­gel­mit­tel bei leich­ten Ent­zün­dun­gen im Mund- und Rachen­raum ange­wen­det wer­den. Die iſo­lier­ten Antho­cya­ni­dine haben eine kapil­larab­dich­tende Wir­kung bei krank­haf­ter Kapil­lar­brü­chig­keit, z. B. bei Dia­be­tes, und ſie wer­den in Fer­tig­prä­pa­ra­ten gegen Netz­hau­ter­kran­kun­gen und Stö­run­gen des Nacht- und Däm­me­rungs­ſe­hens, zur Epi­thel­re­ge­ne­ra­tion bei Magen- und Darm­geſchwü­ren, äußer­lich zur Ver­nar­bung von Wun­den ein­geſetzt.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den den eng­liſchen Bom­ber­pi­lo­ten Stun­den vor dem Start nach Deu­tſch­land Hei­del­beer­prä­pa­rate ver­ab­reicht, um ihre Nach­tſeh­taug­lich­keit zu ſtär­ken. In der Volks­me­di­zin gel­ten Hei­del­beer­blät­ter als blut­zuckerſen­kend, ohne daſs bis­her eine anti­hy­per­gly­kämiſch wir­kende Sub­ſtanz nach­ge­wieſen wer­den konnte. Ob der Chrom­ge­halt der Blät­ter mög­li­cher­weiſe für eine der­ar­tige Wir­kung ver­ant­wort­lich iſt, bedarf noch wei­te­rer Unterſu­chun­gen.

Da bei län­ge­rem Gebrauch Ver­gif­tungs­erſch­ei­nun­gen auf­tre­ten kön­nen und die Wir­kſam­keit nicht belegt iſt, wird von der Anwen­dung von Zube­rei­tun­gen aus Hei­del­beer­blät­tern abge­ra­ten.

Seite „Hei­del­beere“. In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­ſtand: 4. Mai 2019, 20:45 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heidelbeere&oldid=188226988 (Abge­ru­fen: 4. Mai 2019, 20:59 UTC)

­= Mittwoch, 1. Mai 1898 ­=

Steinpilz

Der Gemeine Stein­pilz (Bole­tus edu­lis), auch Fich­ten-Stein­pilz, Her­ren­pilz oder Edel­pilz genannt, iſt eine Pilz­art aus der Fami­lie der Dick­röhr­lings­ver­wand­ten und Typusſpe­zies der Gat­tung Dick­röhr­linge. Die Frucht­kör­per haben meiſt einen bräun­li­chen Hut, weiße bis oliv­gelb­li­che Poren, eine helle Netz­zeich­nung am Stiel und wei­ßes, nur ſel­ten auf Druck oder bei Ver­let­zung blau­en­des Fleiſch. Der Pilz bil­det mit zahl­rei­chen Laub- und Nadel­bäu­men eine Mykorr­hiza, häu­fig lebt er mit Fich­ten in Sym­bioſe. Er iſt auf wei­ten Tei­len der Nord­halb­ku­gel ver­brei­tet und wurde durch den Menſchen auch in eini­gen Län­dern der Süd­halb­ku­gel ein­ge­führt. Der Gemeine Stein­pilz hat eine große Bedeu­tung als Spei­ſe­pilz und wird kom­mer­zi­ell gehan­delt.

Merkmale

Der Fich­tenſtein­pilz bil­det große, in Hut und Stiel geglie­derte Frucht­kör­per. Die Fär­bung und Form der Frucht­kör­per iſt varia­bel. Der Hut erreicht einen Durch­meſſer von 6 bis 25, manch­mal 30 Zen­ti­me­tern. Aus­nah­men kön­nen aber noch deut­lich dar­über lie­gen. Der Hut iſt dick­fleiſchig, jung halb­ku­ge­lig, ſpä­ter polſter­för­mig, kon­vex bis abge­flacht aus­ge­bil­det; der Rand kann auch auf­ge­bo­gen ſein. Die Ober­flä­che iſt auch im jun­gen Zuſtand glatt und nicht fil­zig, aller­dings manch­mal etwas bereift und bei Näſſe und im Alter etwas ſchlei­mig. Bei Trocken­heit kann die Hut­haut fel­de­rig, in kleine Schol­len auf­rei­ßen; ſie läſſt ſich kaum abzie­hen. Der Hut beſitzt im jun­gen Sta­dium einen weiß­li­chen, bei älte­ren Frucht­kör­pern einen haſel­nuſs- oder maro­nen­brau­nen Ton, wobei ſtets ein gelb­li­cher oder wei­ßer Rand erhal­ten bleibt; ſel­te­ner iſt die Oberſeite rot­braun oder dun­kel­braun gefärbt.

Sehr junge Exem­plare, die unter Licht­a­bſchluſs her­an­ge­wachſen ſind, beſit­zen eine helle Fär­bung. Bei Licht­ar­mut kann der Hut wei­ter­hin weiß bleiben.Der robuſte Stiel iſt zwiſchen 5 und 15, bei eini­gen Exem­pla­ren auch bis zu 20 Zen­ti­me­ter lang und erreicht einen Durch­meſſer von zwei bis acht oder gar zehn Zen­ti­me­tern an der Baſis und zwei bis maxi­mal vier Zen­ti­me­tern am obe­ren Teil. Jung iſt er in aller Regel dick und bau­chig, manch­mal ſogar maſſi­ger als der Hut, bei älte­ren Exem­pla­ren zylin­driſch, bau­chig oder keu­lig geformt. Bei einer hohen Streuſchicht aus Laub oder hohem Moos­be­wuchs kön­nen die Stiele lang und dünn wer­den, damit die Spo­ren­aus­brei­tung nicht beein­träch­tigt wird.

Beob­ach­tet wurde auch, daſs ſie auf feſten Böden meiſt kurz und breit ſind, wohin­ge­gen ſie auf wei­chem Unter­grund ſchma­ler wer­den. Die Ober­flä­che iſt weiß bis bräun­lich über­faſert und mit einem fei­nen, etwas erha­be­nen wei­ßen Netz über­zo­gen. Meiſt reicht dieſe Zeich­nung nur etwa bis zur Sti­el­mitte und ver­blaſſt im Alter; an der Sti­elſpitze bleibt ſie jedoch in der Regel erhal­ten. Dieſe Ent­wick­lung iſt mit dem Wachs­tum des Stie­les begrün­det. Anfangs beſitzt das Netz­muſter die glei­chen ſtruk­tu­rel­len Abmeſſun­gen wie die Röh­ren des Hymeno­phors. Mit zuneh­men­dem Län­gen- und Dicken­wachs­tum des Stiels wei­ten ſich die Netz­maſchen vor allem im unte­ren Teil des Stiels. Da die Sti­elſpitze weni­ger wächſt, blei­ben die Maſchen dort fei­ner und rund­lich.

Das Fleiſch iſt bei jun­gen Exem­pla­ren weiß und feſt, im Alter unter der Hut­haut oft etwas bräun­lich und ſchwam­mig. Es beſitzt einen mil­den nuſs­ar­ti­gen Geſchmack und kei­nen beſon­de­ren Geruch. Es ver­färbt ſich bei Bruch oder Anſchnei­den nicht oder ſel­ten bläu­lich bezie­hungs­weiſe grün­lich. Die fei­nen Röh­ren (0,2 – 0,7 Mil­li­me­ter im Durch­meſſer) ſind zehn bis vier­zig Mil­li­me­ter lang und wie die Poren zunächſt weiß gefärbt; ſie kön­nen vor allem im Alter den Hut­rand über­ra­gen. Mit zuneh­men­der Reife der Spo­ren neh­men ſie einen creme­far­be­nen bis grün-gel­ben Ton an. Die Röh­ren ſind am Stiel aus­ge­buch­tet ange­wachſen, laſſen ſich leicht vom Hut ablöſen und blauen auf Druck nicht oder ſel­ten nur ſehr ſchwach.

Inhaltsſtoffe

Der Fich­tenſtein­pilz iſt ein ſehr guter Trä­ger von Eiweiß; es iſt den beſten tie­riſchen Eiwei­ßen ſehr ähn­lich und beſon­ders leicht ver­dau­lich. Dar­über hin­aus iſt er reich an freien Ami­noſäu­ren.

Die ent­hal­te­nen Fet­tſäu­ren ſind zu einem Groß­teil (84,5 %) ungeſät­tigt, wovon etwa die Hälfte mehr­fach ungeſät­tigt iſt. Dazu zäh­len die mit 42,2 Pro­zent aller Fet­tſäu­ren ins­geſ­amt am ſtär­kſten ver­tre­tene Linolſäure und die Lin­o­lenſäure (0,2 %). Unter den ent­hal­te­nen ein­fach ungeſät­tig­ten Fet­tſäu­ren befin­det ſich die Ölſäure (36,1 % aller Fet­tſäu­ren); geſät­tigte Fet­tſäu­ren ſind unter ande­rem die Pal­mi­tin- (9,8 %) und die Ste­arinſäure (2,7 %).

100 Gramm des Fleiſches ent­hal­ten durch­ſchnitt­lich faſt 500 Mil­li­gramm Ergoſte­rol, vor allem in Hut und Hymeno­phor, ſowie knapp 30 Mil­li­gramm Ergoſte­rol Per­oxid. Letz­te­res hat unter ande­rem ent­zün­dungs­hem­mende und anti­vi­rale Wir­kun­gen.

Geſundheitliche Aſpekte

Importe nach Deu­tſch­land, vor allem ſol­che aus oſt­eu­ro­päiſchen Län­dern, wer­den auf Radio­ak­ti­vi­tät unterſucht, da in der Ver­gan­gen­heit ſehr hohe Belaſtun­gen feſt­geſtellt wur­den; Urſa­che dafür iſt vor allem der Reak­tor­un­fall von Tſcher­no­byl im April 1986.

Auch in Mit­tel­eu­ropa, vor allem in Süd­bay­ern, im Baye­riſchen Wald und in gro­ßen Tei­len Öſter­reichs, ſind Stein­pilze radio­ak­tiv belaſtet; teil­weiſe wur­den über 10.000 Bec­que­rel je Kilo­gramm feſt­geſtellt. All­ge­mein iſt die Belaſtung bei Stein­pil­zen mit meiſt weni­ger als 200 Bec­que­rel pro Kilo­gramm jedoch nicht zu hoch und deut­lich gerin­ger als beiſpiels­weiſe bei Maro­nen-Röhr­lin­gen. In der Euro­päiſchen Union und in der Schweiz beträgt der Grenz­wert für die radio­ak­tive Belaſtung 600 Bec­que­rel pro Kilo­gramm.

Ein wei­te­res geſund­heit­li­ches Riſiko bil­det die Belaſtung mit Schwer­me­tal­len, da Stein­pilze zu den Arten gehö­ren, die Schwer­me­talle anrei­chern kön­nen. 100 Gramm des Fich­ten-Stein­pil­zes kön­nen zwiſchen 0,1 und 0,2 Mil­li­gramm Cad­mium und 0,08 bis 0,5 Mil­li­gramm Blei ent­hal­ten. Er kann die Scha­dſtoffe tole­rie­ren, weil er Phy­to­chela­tine bil­det, die ſie bin­den und damit ent­gif­ten. Der Fich­ten-Stein­pilz kann in ſel­te­nen Fäl­len durch Inha­la­tion, Ein­nahme oder Kon­takt all­er­giſche Reak­tio­nen her­vor­ru­fen, die durch den Anti­kör­per Immun­glo­bu­lin E ver­urſacht wer­den; dieſer wird von einem ver­dau­ungs­ſta­bi­len Pro­tein aus­ge­löſt. In äußerſt ſel­te­nen Extrem­fäl­len kann der Gen­uſs des Stein­pil­zes zu lebens­be­droh­li­chen Reak­tio­nen füh­ren.

Seite „Gemei­ner Stein­pilz“. In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­stand: 13. April 2019, 03:11 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeiner_Steinpilz&oldid=187517835 (Abge­ru­fen: 5. Mai 2019, 21:47 UTC)

­= Mittwoch, 1. Mai 1898 ­=

Stockſchwämmchen

Die Stockſchwäm­m­chen (Kuehn­ero­my­ces) ſind eine Pilz­gat­tung aus der Fami­lie der Träuſch­lings­ver­wand­ten (Stro­pha­riaceae).

Merkmale

Die Stockſchwäm­m­chen ſind kleine bis mit­tel­große Blät­ter­pilze mit bräun­lich-gelb­li­chen, ſchwach gebuckel­ten, dünn­fleiſchi­gen Hüten. Die Hut­haut iſt kahl, fet­tig glän­zend und hygro­phan (feucht fleckig wer­dend). Die hell­bräun­li­chen Lamel­len ſind etwas her­ab­lau­fend oder breit ange­wachſen, ſie ſte­hen nie­mals frei.
Der Stiel ſteht zen­tral, er kann ſchup­pig oder glatt ſein und kann einen häu­ti­gen, dau­er­haf­ten Ring beſit­zen (Gemei­nes Stockſchwäm­m­chen) oder ring­los ſein (ſel­te­ner mit Ringreſten) (Glat­tſtie­li­ges Stockſchwäm­m­chen). Das Spo­ren­pul­ver iſt braun, die Spo­ren ſind ellipſoid-abge­ſtutzt und beſit­zen einen Keim­po­rus.
Im Licht­mi­kroſkop erſchei­nen die Spo­ren glatt, ihre fei­nen War­zen ſind nur mit Hilfe eines Elek­tro­nen­mi­kroſ­ko­pes zu erken­nen. Die Frucht­kör­per wachſen büſche­lig und „geſel­lig“.

Ökologie

Die Stockſchwäm­m­chen ſind ſapro­bio­ntiſche Holz­be­woh­ner, die aus Laub- und ſel­te­ner Nadel­holz wachſen.

Arten

In Europa kom­men zwei Arten der Gat­tung vor.

  • Glat­tſtie­li­ges Stockſchwäm­m­chen (Kuehn­ero­my­ces ligni­cola)
  • Gemei­nes Stockſchwäm­m­chen (Kuehn­ero­my­ces muta­bi­lis)

Das Gemeine Stockſchwäm­m­chen iſt ein belieb­ter Spei­ſe­pilz und kann auch auf Holz kul­ti­viert wer­den. Das Glat­tſtie­lige Stockſchwäm­m­chen iſt unge­nieß­bar.

Achtung!

Stockſchwäm­m­chen kön­nen leicht mit dem töd­lich-gif­ti­gen Nadel­holz- oder Gift­häub­ling (lat. Gale­rina mar­gi­nata) ver­wechſelt wer­den, mit dem es ſogar gemiſchte Raſen auf einem Sub­ſtrat bil­den kann, daher iſt jeder Pilz ein­zeln zu beſtim­men.

Seite „Stock­schwäm­m­chen“. In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­stand: 18. Okto­ber 2018, 08:09 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Stockschw%C3%A4mmchen&oldid=181900277 (Abge­ru­fen: 5. Mai 2019, 21:05 UTC)