­= Donarstag, 4. Lenzing 1898 ­=

Rezept: Grieß-Auflauf, 1900

100 Gramm fei­nen Grieß läſſt man lan­gſam in 0,5 Liter kochende Milch ein­lau­fen, kocht ihn mit etwas But­ter gut aus und ſtellt ihn kalt. Nun treibt man 25 Gramm But­ter ſchau­mig ab, rührt ſie mit 70 Gramm geſ­to­ße­nem Zucker, der abge­rie­bene Schale einer hal­ben Citrone und 3 Eidot­tern 15 Minu­ten tüch­tig ab, ver­mengt den Grieß dann gut damit, hebt den feſ­ten Schnee von 3 Eiweiß leicht dar­un­ter, füllt das Ganze in eine but­ter­beſ­tri­chene Form in bäckt es bei nicht zu gro­ßer Hitze. ≈wei­ter­leſen≈
­= Wodanstag, 3. Lenzing 1898 ­=

Rezept: Süßer Reis-Auflauf, 1900

100 Gramm Reis wer­den in 0,5 Liter Milch mit etwas Zimt oder Vanille zu einem dicken Mus weich­ge­kocht. Dann treibt man 70 Gramm But­ter ſchau­mig ab, und rührt ſie mit 4 Eidot­tern und 70 Gramm Zucker 15 Minu­ten fein ab, gibt löf­fel­weiſe den abge­kühl­ten Reis dazu, zieht zuletzt den feſt­geſchla­ge­nen Schnee der 4 Eiklar dar­un­ter, beſ­treicht eine Form mit But­ter und bäckt es lan­gſam eine halbe Stunde. ≈wei­ter­leſen≈
­= Wodanstag, 3. Lenzing 1898 ­=

Rezept: Vanille-Auflauf, 1902

0,25 Liter gute Milch oder Rahm wird mit einem Stück­chen klein­geſchnit­te­ner oder geſ­to­ße­ner Vanille auf­ge­kocht, kalt­geſ­tellt und vor dem Gebrauch geſeiht. Dann gibt man 50 Gramm fei­nes Mehl in eine Pfanne, nebſt 50 Gramm geſ­to­ße­nem Zucker, 1 Eidot­ter, 1 Körn­chen Salz, rührt es mit dem Vanille-Rahm lan­gſam recht fein ab und gibt 50 Gramm friſche But­ter hin­ein. ≈wei­ter­leſen≈
­= Wodanstag, 6. Brachet 1895 ­=

Rezept: Klären von Gelantine und Hauſenblaſe

Für ſüße Sul­zen und Gelees eig­net ſich Hauſen­blaſe am beſ­ten. Man rech­net für eine Gelee­form von 0,75 Liter 50 Gramm Hauſen­blaſe. Sie wird in kleine Stück­chen geſchnit­ten, gewaſchen und mit 0,5 Liter friſchem Waſſer und 35 Gramm Zucker lan­gſam gekocht, wobei man von Zeit zu Zeit den auf­ſ­tei­gen­den Schaum mit einem ſil­ber­nen Eßlöf­fel abnimmt. ≈wei­ter­leſen≈
­= Frijatag, 9. Gilbhard 1892 ­=

Speiſeplan 1900 – für den Herbſt, mit Preiſen

Stell‘ Dir vor, es iſt Her­bſt – und Du weißt nicht, was Du eſſen ſol­lſt. Dieſes kleine Beiſ­piel aus einem Koch­buch, von Hen­ri­ette Davi­dis, iſt ein typiſcher Spei­ſe­plan aus dem Jahr 1898 mit den damals gül­ti­gen Durch­ſchnitts­preiſen. Es iſt rela­tiv ſchwie­rig die dama­lige Mark auf den heu­ti­gen Euro umzu­rech­nen; als Leit­wert kann man jedoch 1 Mark = 5 Euro rech­nen. ≈wei­ter­leſen≈