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Brombeeren

1. August 201931. Oktober 2019

Die Brom­bee­ren (Rubus ſec­tio Rubus) ſind eine Sek­tion aus der umfang­rei­chen und welt­weit ver­brei­te­ten Pflan­zen­gat­tung Rubus inner­halb der Fami­lie der Roſen­ge­wächſe (Roſaceae). Die Sek­tion umfaſſt meh­rere tauſend Arten, allein in Europa wur­den mehr als 2.000 Arten beſchrie­ben. Die Früchte wer­den als Obſt ver­wen­det. Das Wort Brom­beere hat ſich aus dem alt­hoch­deu­tſchen Wort brām­beri‚ Dorn­ge­büſch­beere oder Beere des Dornſtrauchs, ent­wickelt.

Bio­lo­giſch betrach­tet hat die Brom­beere aller­dings keine Dor­nen, ſon­dern Sta­cheln. Mund­art­lich wer­den die Früchte auch Kratz­beere bzw. Kroatz­beere genannt, wor­un­ter die Bota­ni­ker aber nur eine Art der Brom­bee­ren ver­ſte­hen (vgl. Kratz­beere).

Erſcheinungsbild und Blätter

Brom­beer-Arten ſind win­ter­k­ahle oder win­ter­grüne (und dann im Früh­jahr Laub abwer­fende) Sträu­cher oder genau genom­men etwas ver­hol­zende, aus­dau­ernde krau­tige Pflan­zen mit zwei­jäh­ri­gen Zwei­gen: Die über­win­tern­den Zweige brin­gen aus ihren Knoſ­pen aus­ſchließ­lich Blü­tenſtände her­vor und ſter­ben dann nach dem Fruch­ten ab. Brom­bee­ren ſind häu­fig Klet­ter­pflan­zen (Spreiz­klim­mer) und wer­den zwiſchen 0,5 und 3 Meter hoch; die Spro­ſ­sachſen ſind je nach Art oder Sorte mehr oder weni­ger ſta­che­lig und ver­hol­zen mit der Zeit. Die dün­nen und der­ben Sta­cheln die­nen als Klet­ter­hilfe und Fraßſchutz.

Die wechſelſtän­dig ange­ord­ne­ten Laub­blät­ter ſind in Blat­tſtiel und Blat­tſ­preite geglie­dert. Die Blat­tſ­preite iſt unpaa­rig drei-, fünf- und ſie­ben­zäh­lig gefie­dert. Die Fie­der­blätt­chen ſind gezähnt.

Blütenſtände und Blüten

Die Blü­te­zeit reicht von Mai bis Auguſt. Erſt im zwei­ten Jahr wer­den ſpe­zi­elle Sei­ten­triebe gebil­det, an deren Ende ſich die Blü­tenſtände befin­den. Es wer­den trau­bige oder riſ­pige Blü­tenſtände gebil­det.

Die zwitt­ri­gen Blü­ten ſind radiärſym­me­triſch und fünf­zäh­lig mit dop­pel­ter Blü­ten­hülle. Der Blü­ten­bo­den iſt vor­ge­wölbt. Es ſind fünf Kelch­blät­ter vor­han­den. Die fünf freien Kron­blät­ter ſind meiſt weiß, ſel­ten roſa­far­ben. Es ſind über 20 Staub­blät­ter und viele Frucht­blät­ter vor­han­den.

Früchte

Die bei Reife meiſt blauſchwar­zen Früchte ſind bota­niſch geſe­hen keine Bee­ren, ſon­dern Sam­melſtein­früchte, die ſich aus den ein­zel­nen Frucht­blät­tern bil­den: Jede ihrer klei­nen Ein­zel­bee­ren iſt im Auf­bau einer Stein­frucht (zum Beiſpiel Kirſche) gleich und hat wie dieſe eine dünne Außen­haut. Tatſäch­lich beißt man beim Kauen der Früchte auf kleine Steine, in denen auch der Samen der Brom­beere zu fin­den iſt. Anders als bei der Him­beere iſt die Frucht feſt an den Blü­ten­bo­den gebun­den. Die Frucht­reife reicht von Auguſt bis Sep­tem­ber, bis­wei­len auch bis Okto­ber. Nach der Frucht­reife ſter­ben die Triebe ab.

Verwendung

Die Früchte ſind ſaf­tig und wohlſchmeckend. Brom­beer-Früchte eig­nen ſich zum Friſch­ver­zehr, als Kuchen­be­lag und um Kon­fi­türe, Gelee, Sor­bet, Saft, Wein und Likör zu berei­ten. Die friſchen Früchte kön­nen außer­dem durch Tief­küh­len konſer­viert wer­den. Wegen des ange­neh­men Geſchmacks ſind Brom­beer­blät­ter, die man am beſten in der erſten Mai­hälfte pflückt, in vie­len Tees ent­hal­ten. Brom­beer­tee kann als Hau­s­tee auch über län­gere Zeit gefahr­los getrun­ken wer­den.

Die fer­men­tier­ten Laub­blät­ter der Brom­beer-Arten die­nen als Erſatz für chineſiſchen Tee und wer­den als cof­fein­freier Frühſtück­s­tee gehan­delt.

Pharmakologie

Als Arz­nei­mit­tel die­nen heute die getrock­ne­ten Blät­ter (Bezeich­nung der Droge iſt Rubi fru­ti­coſi folium) ſchwach behaar­ter Arten. Sie ent­hal­ten Ger­bſtoffe (Gal­lot­an­nine und dimere Ella­gi­tan­nine), Fla­vo­noide und Fruch­tſäu­ren wie Citro­nen­ſäure und Iſo­ci­tro­nen­ſäure und etwas Vit­amin C. Auf­grund des Ger­bſtoff­ge­halts wird die Arz­nei als Adſtrin­gens und Mit­tel gegen Durch­fall, zum Gur­geln bei Ent­zün­dun­gen im Mund- und Rachen­raum, aber äußer­lich auch zu Waſchun­gen bei chro­niſchen Haut­er­kran­kun­gen ver­wen­det.

Nach Pli­nius ſind Früchte und Blü­ten harn­trei­bend, ein Auf­guſs in Wein hilft gegen Gal­lenſteine. John Gerard emp­fahl in ſei­nem Her­bal einen Abſud aus Brom­beer­blät­tern mit Alaun, Honig und ein wenig Weiß­wein als Spü­lung für wunde Stel­len im Mund und an den Geſchlechts­tei­len von Mann und Frau. Außer­dem helfe dies gegen Zahn­aus­fall. Die Wir­kung der Brom­beer­blät­ter bei Durch­fall­erkran­kun­gen erkannte ſchon der grie­chiſche Arzt Peda­nios Dioscuri­des, der in ſei­nem Werk mate­ria medica dieſe Anwen­dung beſchrieb.

Details

Beginn:
1. August 2019
Ende:
31. Okto­ber 2019
Ver­an­stal­tungs­ka­te­go­rie:
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