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Poesie “Des Tod‘s Verſprechen”

Zuwei­len, nach einer oder zwei durch­leſe­nen Wer­ken des berühm­ten Herrn Poe, neig­te ich in der Ver­gan­gen­heit zu düſte­rer Gra­be­sſtim­mung. Meiſt in tie­fſter und käl­teſter Nacht; ver­faſſte ich zum Beiſpiel fol­gen­des, todes­ſehnſuchtsſchwe­re Gedicht…

tkopf

Des Tod‘s Verſprechen

„Suche nicht nach gro­ßem Glück,
nach Lie­be und Treue trach­te nicht,
du kom­mſt am End‘ allein zurück –
und lei­deſt gar ſo jäm­mer­lich.”

„Ich nehm‘ dich mit in mei­ne Welt,
im frei­en Fall, da trag‘ ich dich.
Sieh nicht, was dich hier oben hält,
ſo glaub‘ mir nur, es lohnt ſich nicht!”

Es ſtreckt das Glück die blan­ken Kno­chen,
du kral­lſt dich faſt mit Sehnſucht feſt,
dei­nes Lie­bſten Herz beim Sprung gebro­chen,
als du dich ſee­lig fal­len läßt.

Nun wirſt du nichts mehr davon ſehen,
wie ſein Herz gar um dich weint,
nur dein Kör­per wird ver­ge­hen,
biſt mit dem Tode ſtill ver­eint.

- CvMS, 1882 -

Erſtellt am: 16.01.1875 | von: Chriſtine von Mesek-Sikorski

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