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Poeſie „Finis.“

Finis: das Ende. Aber auch das Lebens­en­de und der Tod; Grenz­li­nie, das Ziel, die Abſicht… Dieſes Werk kann vie­ler­lei gedeu­tet wer­den. Eines iſt es jedoch unver­kenn­bar: von düſte­rer Stim­mung und trau­ri­gen Gedan­ken, per­fekt paſſend in eine kal­te, ſtür­miſche Win­ter­nacht.

finis

Gefun­den hat­te ich,
was ich mein Leben lang geſucht – das gro­ße Glück.
Jetzt iſt es mir ent­flo­hen,
kehrt nim­mer wie­der,
um mei­ne See­le auf­zu­fan­gen.

Ver­zwei­felt und betrübt,
ein Leben ohne Sinn,
ſo vege­tie­re ich einſam und hilf­los in den dunk­len Räu­men der Schuld.
Die Augen gequält von Trä­nen,
unauf­hör­lich den Schlaf mir rau­ben,
die Hoff­nung auf Erlöſung nicht in greif­ba­rer Nähe.

Her­aus­ge­riſſen liegt mein blu­ten­des Herz auf kal­tem Stein,
ſo wünſch­te ich mir,
ich wür­de ſter­ben an mei­nem ſee­liſchen Schmerz.

 — CvMS, 1885 -

Erſtellt am: 16.01.1878 | von: Chriſtine von Mesek-Sikorski

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