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Gedicht „Des Tod‘s Verſprechen“

Zuwei­len, nach einer oder zwei durch­leſe­nen Wer­ken des berühm­ten Herrn Poe, neigte ich in der Ver­gan­gen­heit zu düſ­te­rer Gra­be­sſ­tim­mung. Meiſt in tie­fſ­ter und käl­teſ­ter Nacht; ver­faſſte ich zum Beiſ­piel fol­gen­des, todesſehnſucht­sſchwere Gedicht…

tkopf

Des Tod‘s Verſprechen

„Suche nicht nach gro­ßem Glück,
nach Liebe und Treue trachte nicht,
du kom­mſt am End‘ allein zurück –
und lei­deſt gar ſo jämmerlich.“

„Ich nehm‘ dich mit in meine Welt,
im freien Fall, da trag‘ ich dich.
Sieh nicht, was dich hier oben hält,
ſo glaub‘ mir nur, es lohnt ſich nicht!“

Es ſtreckt das Glück die blan­ken Knochen,
du kral­lſt dich faſt mit Sehnſucht feſt,
dei­nes Lie­bſ­ten Herz beim Sprung gebrochen,
als du dich ſee­lig fal­len läßt.

Nun wirſt du nichts mehr davon ſehen,
wie ſein Herz gar um dich weint,
nur dein Kör­per wird vergehen,
biſt mit dem Tode ſtill vereint.

- CvMS, 1882 -


Erſtellt am: 16.01.1881 | von: Christine von Meſek-Sikorſki
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