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Poesie „Finis.“

Finis: das Ende. Aber auch das Lebens­ende und der Tod; Grenz­li­nie, das Ziel, die Absicht… Die­ses Werk kann vie­ler­lei gedeu­tet wer­den. Eines ist es jedoch unver­kenn­bar: von düste­rer Stim­mung und trau­ri­gen Gedan­ken, per­fekt pas­send in eine kalte, stür­mi­sche Win­ter­nacht.

finis

Gefun­den hatte ich,
was ich mein Leben lang gesucht – das große Glück.
Jetzt ist es mir ent­flo­hen,
kehrt nim­mer wie­der,
um meine Seele auf­zu­fan­gen.

Ver­zwei­felt und betrübt,
ein Leben ohne Sinn,
so vege­tiere ich ein­sam und hilf­los in den dunk­len Räu­men der Schuld.
Die Augen gequält von Trä­nen,
unauf­hör­lich den Schlaf mir rau­ben,
die Hoff­nung auf Erlö­sung nicht in greif­ba­rer Nähe.

Her­aus­ge­ris­sen liegt mein blu­ten­des Herz auf kal­tem Stein,
  so wünschte ich mir,
ich würde ster­ben an mei­nem see­li­schen Schmerz.

– CvMS, 1885 -


Erſtellt am: 16.01.1884 | von: Christine von Meſek-Sikorſki
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